AuDHD ist ein aus der englischsprachigen Betroffenen-Community stammender Begriff für das gleichzeitige Vorliegen von ADHS und einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) bei einer Person. Das Kunstwort setzt sich aus „Autism“ und „ADHD“ zusammen und beschreibt damit eine Kombination zweier neurologischer Entwicklungsbesonderheiten. AuDHS ist das deutschsprachige Äquivalent. Es handelt sich nicht um eine eigene offizielle Diagnose, sondern um eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Doppeldiagnose. Seit der Überarbeitung des DSM-5 im Jahr 2013 dürfen ADHS und Autismus offiziell gemeinsam diagnostiziert werden. Studien zeigen, dass beide Bilder überdurchschnittlich oft zusammen auftreten. Für Betroffene ist der Begriff vor allem deshalb hilfreich, weil er ein Lebensgefühl beschreibt, in dem sich teils gegensätzliche Merkmale begegnen.
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ADHS, Autismus und AuDHS Diagnostik für Erwachsene
Jetzt Termin buchenAlle Infos zur ADHS DiagnostikAutismus- & AuDHS-DiagnostikWas AuDHD/AuDHS im Alltag bedeutet
Bei AuDHD/AuDHS treffen Merkmale von ADHS und Autismus aufeinander, die sich gegenseitig verstärken oder auch widersprechen können. ADHS bringt häufig ein Bedürfnis nach Abwechslung, Spontaneität und neuen Reizen mit sich. Autistische Merkmale dagegen gehen oft mit einem starken Wunsch nach festen Routinen und Vorhersehbarkeit einher. Dieses innere Spannungsfeld erleben viele Betroffene als besonders herausfordernd, weil zwei unterschiedliche Bedürfnisse gleichzeitig nach Erfüllung verlangen. Gleichzeitig können sich Merkmale auch überlagern, etwa bei Konzentrationsschwierigkeiten oder sensorischer Empfindlichkeit. Die Alltagsbelastung kann dadurch höher sein als bei nur einem der beiden Bilder. Ein Verständnis für dieses Zusammenspiel hilft, die eigenen Reaktionen besser einzuordnen.
Typisches Spannungsfeld bei AuDHD/AuDHS
- Routine gegen Reizhunger: Das Bedürfnis nach Struktur trifft auf den Wunsch nach Abwechslung
- Planung: Aufgaben werden geplant, aber die Umsetzung fällt durch Ablenkbarkeit schwer
- Sensorik: Reizüberempfindlichkeit kann durch impulsives Verhalten zusätzlich verstärkt werden
- Soziales: Der Wunsch nach Kontakt steht oft neben dem Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe
- Energie: Phasen großer Begeisterung wechseln sich mit Erschöpfung nach Überforderung ab
Diagnostik bei vermutetem AuDHD
Da AuDHD/AuDHS kein offizieller Diagnosebegriff ist, werden in der fachlichen Abklärung ADHS und Autismus jeweils einzeln betrachtet und anschließend zusammengeführt. Die Herausforderung besteht darin, dass sich viele Merkmale überschneiden und ein Bild das andere überdecken kann. So wird etwa eine vorliegende Autismus-Spektrum-Störung manchmal übersehen, wenn die ADHS-Merkmale im Vordergrund stehen. Eine sorgfältige Differentialdiagnostik nimmt sich deshalb Zeit, die Lebensgeschichte und die einzelnen Merkmale genau zu betrachten. In Ulm können Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie eine solche Abklärung durchführen. Eine klare Einordnung hilft Betroffenen, ihr eigenes Erleben besser zu verstehen.
Worauf bei der Abklärung geachtet wird
- Getrennte Betrachtung: ADHS und Autismus werden zunächst jeweils für sich beurteilt
- Überschneidungen: Gemeinsame Merkmale werden auf ihre jeweilige Ursache hin geprüft
- Lebensgeschichte: Frühere Erfahrungen geben Hinweise auf länger bestehende Muster
- Masking: Erlerntes Überdecken von Merkmalen wird in der Beurteilung berücksichtigt
- Gesamtbild: Erst die Zusammenschau beider Bereiche ergibt ein vollständiges Verständnis
Häufige Fragen zu AuDHD
Was bedeutet die Abkürzung AuDHD?
AuDHD ist ein Begriff aus der Betroffenen-Community und steht für das gleichzeitige Vorliegen von Autismus und ADHS. Das Kunstwort verbindet die englischen Bezeichnungen „Autism“ und „ADHD“. Es beschreibt damit eine Doppeldiagnose, ist aber selbst kein offizieller medizinischer Begriff. Viele Betroffene nutzen ihn, weil er ihr besonderes Lebensgefühl gut auf den Punkt bringt.
Ist AuDHD eine offizielle Diagnose?
Nein, AuDHD selbst steht nicht in den Diagnosesystemen. Offiziell werden zwei getrennte Diagnosen vergeben: ADHS und eine Autismus-Spektrum-Störung. Seit der DSM-5-Überarbeitung im Jahr 2013 ist diese Kombination ausdrücklich möglich. Der Begriff AuDHD fasst beide Diagnosen lediglich umgangssprachlich zusammen.
Warum ist AuDHD im Alltag oft besonders belastend?
Bei AuDHD treffen teils gegensätzliche Bedürfnisse aufeinander. Das ADHS-typische Verlangen nach Abwechslung steht dem autistischen Wunsch nach festen Routinen gegenüber. Dieses innere Spannungsfeld kann viel Energie kosten und zu schneller Erschöpfung führen. Ein Verständnis für dieses Zusammenspiel erleichtert es, den eigenen Alltag passender zu gestalten.
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