Reizfilterschwäche beschreibt die verminderte Fähigkeit des Gehirns, eintreffende Sinnesreize zu sortieren und Unwichtiges automatisch auszublenden. Normalerweise filtert das Nervensystem Geräusche, Licht, Gerüche oder Berührungen vor, sodass nur ein Teil bewusst wahrgenommen wird. Bei einer Reizfilterschwäche gelingt diese Vorauswahl nur eingeschränkt, wodurch viele Eindrücke gleichzeitig und ungefiltert auf eine Person einströmen. Der Begriff wird häufig im Zusammenhang mit Autismus und ADHS verwendet, ist jedoch keine eigenständige medizinische Diagnose. Eine Reizfilterschwäche kann zu rascher Erschöpfung und sensorischer Überlastung führen.
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ADHS, Autismus und AuDHS Diagnostik für Erwachsene
Jetzt Termin buchenAlle Infos zur ADHS DiagnostikAutismus- & AuDHS-DiagnostikWie sich eine Reizfilterschwäche im Alltag zeigt
Eine Reizfilterschwäche macht sich vor allem in reizintensiven Umgebungen bemerkbar. In einem vollen Großraumbüro, einem belebten Kaufhaus oder bei mehreren gleichzeitigen Gesprächen kann es schwerfallen, das Wesentliche herauszuhören. Hintergrundgeräusche, flackerndes Licht oder die Etiketten in der Kleidung treten dann ebenso in den Vordergrund wie eigentlich wichtige Informationen. Diese ständige Mehrbelastung kostet viel Energie und kann zu Konzentrationsproblemen, Gereiztheit oder dem Bedürfnis nach Rückzug führen. Manche Betroffene erleben in solchen Momenten eine sensorische Überlastung, bei der eine Pause an einem reizarmen Ort nötig wird.
Typische Anzeichen
- Geräusche: Hintergrundlärm lässt sich schwer ausblenden und stört das Zuhören
- Licht: Grelles oder flackerndes Licht wird als besonders belastend empfunden
- Konzentration: In reizreichen Räumen fällt fokussiertes Arbeiten deutlich schwerer
- Erschöpfung: Das ständige Verarbeiten vieler Reize führt zu rascher Ermüdung
- Rückzug: Reizarme Orte werden gezielt aufgesucht, um sich zu erholen
Reizfilterschwäche bei Autismus und ADHS
Eine Reizfilterschwäche tritt sowohl bei Autismus als auch bei ADHS häufig auf, äußert sich aber unterschiedlich. Bei Autismus steht oft eine ausgeprägte sensorische Über- oder Unterempfindlichkeit im Vordergrund, etwa gegenüber Geräuschen oder Berührungen. Bei ADHS führt die eingeschränkte Filterung eher dazu, dass die Aufmerksamkeit ständig zu neuen Reizen springt. Bei Menschen mit AuDHD/AuDHS, also gleichzeitiger Autismus-Spektrum-Störung und ADHS, können sich beide Formen überlagern. Ob eine Reizfilterschwäche im Rahmen einer dieser Störungen auftritt, lässt sich nur durch eine fachliche Abklärung einordnen. Solche Untersuchungen führen Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie durch.
Unterschiede im Vergleich
- Autismus: Oft sehr starke Empfindlichkeit gegenüber einzelnen Reizarten wie Geräuschen oder Licht
- ADHS: Die Aufmerksamkeit wird leicht von neuen Reizen weggezogen und schwer gehalten
- AuDHD: Beide Muster können gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig verstärken
- Keine eigene Diagnose: Reizfilterschwäche ist eine Beschreibung, kein eigenständiges Krankheitsbild
- Einordnung: Erst eine professionelle Abklärung zeigt, in welchem Zusammenhang sie steht
Häufige Fragen zu Reizfilterschwäche
Was ist eine Reizfilterschwäche?
Eine Reizfilterschwäche ist die verminderte Fähigkeit des Gehirns, eintreffende Sinnesreize zu sortieren und Unwichtiges auszublenden. Dadurch strömen viele Eindrücke gleichzeitig und ungefiltert auf eine Person ein. Das kann zu rascher Erschöpfung und sensorischer Überlastung führen. Es handelt sich um eine Beschreibung, nicht um eine eigenständige medizinische Diagnose.
Gehört eine Reizfilterschwäche zu Autismus oder ADHS?
Eine Reizfilterschwäche kann bei beiden Störungsbildern vorkommen. Bei Autismus steht häufig eine starke Empfindlichkeit gegenüber bestimmten Reizarten im Vordergrund, bei ADHS eher die leichte Ablenkbarkeit durch neue Reize. Bei AuDHD können sich beide Formen überlagern. Sie ist jedoch kein zwingendes Merkmal und tritt auch unabhängig davon auf.
Was hilft bei einer Reizfilterschwäche im Alltag?
Viele Betroffene reduzieren Reize gezielt, etwa durch Gehörschutz, ruhige Rückzugsorte oder geplante Pausen. Auch eine reizarme Gestaltung des Arbeitsplatzes kann entlasten. Hilfreich ist es zudem, die eigenen Belastungsgrenzen zu kennen und Überlastung frühzeitig zu erkennen. Welche Strategien individuell passen, lässt sich am besten mit fachlicher Begleitung herausfinden.
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