Das Asperger-Syndrom bezeichnet eine Form des Autismus, die ohne eine Verzögerung der Sprachentwicklung und ohne Beeinträchtigung der allgemeinen geistigen Fähigkeiten einhergeht. Benannt ist es nach dem Mediziner Hans Asperger, der die zugrunde liegenden Merkmale in den 1940er Jahren beschrieb. In den aktuellen Diagnosesystemen DSM-5 und ICD-11 wird das Asperger-Syndrom nicht mehr als eigenständige Diagnose geführt, sondern unter dem Oberbegriff Autismus-Spektrum-Störung (ASS) eingeordnet. Charakteristisch sind Besonderheiten in der sozialen Interaktion, ausgeprägte Spezialinteressen und ein starkes Bedürfnis nach Routinen. Da Sprache und Intelligenz unauffällig sind, fällt die Einordnung bei Erwachsenen oft erst spät. Der Begriff wird umgangssprachlich weiterhin häufig verwendet, auch wenn er fachlich als überholt gilt.
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ADHS, Autismus und AuDHS Diagnostik für Erwachsene
Jetzt Termin buchenAlle Infos zur ADHS DiagnostikAutismus- & AuDHS-DiagnostikTypische Merkmale des Asperger-Syndroms
Menschen, die früher die Diagnose Asperger-Syndrom erhielten, zeigen häufig eine Reihe wiederkehrender Merkmale. Im sozialen Miteinander fällt es vielen schwer, unausgesprochene Regeln, Mimik oder Ironie intuitiv zu erfassen. Gleichzeitig verfügen viele über ein ausgeprägtes Fachwissen in einem oder mehreren Spezialgebieten, mit denen sie sich intensiv beschäftigen. Routinen und klare Strukturen geben Sicherheit, während spontane Änderungen als belastend erlebt werden. Auch eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Sinnesreizen ist verbreitet. Die sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten sind dabei nicht beeinträchtigt, was dazu führt, dass die Besonderheiten im Alltag lange unbemerkt bleiben können.
Häufige Merkmale im Überblick
- Soziale Interaktion: Schwierigkeiten beim Deuten unausgesprochener Regeln und nonverbaler Signale
- Spezialinteressen: Tiefgehendes Fachwissen in einzelnen Themen, oft mit großer Begeisterung
- Routinen: Starkes Bedürfnis nach festen Abläufen und vertrauten Strukturen
- Sprache: Wortschatz und Ausdruck sind in der Regel gut entwickelt und unauffällig
- Sensorik: Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht oder Berührungen
Vom Asperger-Syndrom zur Autismus-Spektrum-Störung
Mit der Einführung des DSM-5 im Jahr 2013 wurde das Asperger-Syndrom als eigenständige Diagnose abgeschafft und in den Oberbegriff Autismus-Spektrum-Störung überführt. Der Grund: In der Praxis ließ sich keine klare Grenze zu anderen Autismus-Formen ziehen, sodass eine einheitliche Einordnung sinnvoller erschien. Wer heute eine Abklärung sucht, erhält daher nicht mehr die Diagnose Asperger, sondern eine Autismus-Spektrum-Störung mit Angabe des Unterstützungsbedarfs. Bei Erwachsenen werden zudem oft Überschneidungen mit ADHS geprüft, da beide Bilder häufig gemeinsam auftreten. In Ulm können Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie eine solche Abklärung vornehmen. Der Begriff Asperger lebt umgangssprachlich fort, weil sich viele Betroffene weiterhin mit ihm identifizieren.
Was sich durch die Neueinordnung geändert hat
- Keine Einzeldiagnose mehr: Asperger ist heute Teil der Autismus-Spektrum-Störung
- Einheitliche Einordnung: Statt Untergruppen wird der individuelle Unterstützungsbedarf benannt
- Fortbestehender Sprachgebrauch: Viele Betroffene nutzen den Begriff weiterhin für sich
- Blick auf ADHS: Bei Erwachsenen werden mögliche Überschneidungen mit ADHS mitbetrachtet
- Späte Diagnosen: Unauffällige Sprache und Intelligenz führen oft zu einer Einordnung erst im Erwachsenenalter
Häufige Fragen zu Asperger-Syndrom
Was ist das Asperger-Syndrom?
Das Asperger-Syndrom ist eine Form des Autismus ohne Verzögerung der Sprachentwicklung und ohne Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten. Typisch sind Besonderheiten in der sozialen Interaktion, ausgeprägte Spezialinteressen und ein Bedürfnis nach Routinen. Heute wird es nicht mehr als eigene Diagnose geführt, sondern gehört zur Autismus-Spektrum-Störung. Umgangssprachlich ist der Begriff aber weiterhin verbreitet.
Gibt es das Asperger-Syndrom als Diagnose noch?
Als eigenständige Diagnose nicht mehr. Mit dem DSM-5 im Jahr 2013 wurde das Asperger-Syndrom in den Oberbegriff Autismus-Spektrum-Störung überführt. Der Grund war, dass sich in der Praxis keine klare Abgrenzung zu anderen Autismus-Formen ziehen ließ. Wer heute eine Abklärung erhält, bekommt daher die Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung.
Warum wird das Asperger-Syndrom bei Erwachsenen oft spät erkannt?
Weil Sprache und Intelligenz unauffällig sind, fallen die Besonderheiten im Alltag häufig nicht sofort auf. Viele Betroffene haben außerdem gelernt, ihre Merkmale zu überdecken. Erst wenn die Belastung zunimmt, suchen sie eine Abklärung. Eine späte Einordnung kann sehr entlastend wirken, weil sich viele frühere Erfahrungen dadurch erklären lassen.
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