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ADHS DiagnostikGlossar

Anamnese bei ADHS – Definition und Bedeutung

Die Anamnese ist die systematische Erhebung der Kranken- und Lebensgeschichte und gilt als unverzichtbarer erster Schritt jeder ADHS-Diagnostik. Sie umfasst weit mehr als die Frage nach aktuellen Beschwerden: Kindheit, Schulzeit, beruflicher Werdegang und aktuelle Alltagsbelastungen werden gezielt erfragt, um die Symptome in den richtigen Kontext einzuordnen. Da ADHS per Definition bereits in der Kindheit begonnen haben muss, ist der Blick in die Vergangenheit ein zentraler Bestandteil dieses Verfahrens.

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Was bedeutet Anamnese bei ADHS?

Das Wort „Anamnese“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Erinnerung“. In der Medizin und Psychologie bezeichnet es die gezielte Befragung einer Person zu ihrer Kranken- und Lebensgeschichte. Bei der ADHS-Diagnostik spielt die Anamnese eine besonders wichtige Rolle, weil die Symptome bereits in der Kindheit begonnen haben müssen und in mehreren Lebensbereichen spürbar sein sollten. Eine sorgfältige Anamnese fragt deshalb nicht nur nach dem aktuellen Zustand, sondern blickt weit zurück: Wie war die Schulzeit? Gab es Schwierigkeiten mit Hausaufgaben, Freundschaften oder Impulskontrolle? Auch familiäre Häufungen von ADHS werden erfragt, da die Störung eine starke erbliche Komponente hat. Im Raum Ulm führen Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie diese Anamnese als festen Bestandteil einer leitliniengerechten ADHS-Diagnostik durch.

Erhobene Bereiche

  • Frühkindliche Entwicklung: Geburt, Meilensteine, Auffälligkeiten in der Kindheit
  • Schulzeit: Leistungen, Verhalten, Beziehungen zu Lehrkräften und Gleichaltrigen
  • Beruflicher Werdegang: Häufige Wechsel, Schwierigkeiten mit Strukturen, Erfolge
  • Aktuelle Symptome: Konzentration, Organisation, Impulskontrolle, Schlaf, Emotionsregulation
  • Familiäre Vorgeschichte: ADHS ist erblich — gibt es betroffene Familienmitglieder?

Ablauf und Durchführung

Die Anamnese wird in einem ausführlichen Gespräch zwischen der betroffenen Person und der diagnostizierenden Fachperson durchgeführt. Es geht darum, die Lebensgeschichte hinter den Symptomen zu verstehen — nicht nur eine Checkliste abzuarbeiten. Neben der Symptomerhebung werden auch körperliche Aspekte wie Schlaf, Ernährung und bestehende Medikation berücksichtigt. Am Ende werden die erhobenen Informationen zusammengefasst und in den diagnostischen Gesamtkontext eingeordnet. Alte Schulzeugnisse oder frühere Befundberichte können die Anamnese ergänzen und wertvolle Hinweise liefern.

Merkmale einer sorgfältigen Anamnese

  • Ausreichend Zeit für ein ausführliches Erstgespräch
  • Offene, wertschätzende Gesprächsatmosphäre ohne Zeitdruck
  • Systematische Erfassung der Kindheits- und Erwachsenengeschichte
  • Einbeziehung körperlicher Aspekte: Schlaf, Ernährung, Medikamente
  • Verständliche Zusammenfassung und Einordnung der Ergebnisse

Häufige Fragen zur Anamnese

Was tun bei lückenhafter Erinnerung an die Kindheit?

Das ist kein Hindernis und kommt häufig vor — besonders bei Erwachsenen mit ADHS, die oft eine fragmentierte Erinnerung an die Kindheit haben. Erfahrene Fachpersonen helfen durch gezieltes Nachfragen, auch lückenhafte Erinnerungen sinnvoll einzuordnen. Ergänzend können alte Schulzeugnisse oder Berichte von Angehörigen herangezogen werden.

Muss bei der Anamnese alles aus der Vergangenheit erzählt werden?

Nein — jede Person entscheidet selbst, wie viel sie preisgeben möchte. Die Anamnese ist kein Verhör, sondern ein vertrauliches Gespräch. Alles, was besprochen wird, unterliegt der gesetzlichen Schweigepflicht. Die Fachperson schafft einen sicheren Rahmen, in dem offene Kommunikation möglich ist.

Kann man sich auf die Anamnese vorbereiten?

Ja, das ist sogar empfehlenswert. Alte Schulzeugnisse, frühere Arzt- oder Therapieberichte sowie Notizen zu typischen Alltagsproblemen können die Anamnese bereichern. Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte geben beim Erstkontakt in der Regel Hinweise, welche Unterlagen sinnvoll mitgebracht werden sollten.

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