Das DSM-5 (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 5. Auflage) ist das wichtigste Diagnosehandbuch der amerikanischen Psychiatrie und weltweit in der Forschung verbreitet. Es beschreibt detailliert, welche Symptome vorliegen müssen, damit die Diagnose ADHS gestellt werden kann. Gegenüber seinem Vorgänger hat das DSM-5 die Kriterien modernisiert und die Diagnostik bei Erwachsenen deutlich erleichtert.
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ADHS-Diagnostik für Erwachsene und Psychotherapie
Jetzt Termin buchenAlle Infos zu PsychotherapieAlle Infos zu PsychotherapieDefinition und Kriterien des DSM-5
Das DSM-5 wurde 2013 von der American Psychiatric Association (APA) veröffentlicht und ist die fünfte Auflage des einflussreichsten Diagnosehandbuchs der Psychiatrie. Im Vergleich zum Vorgänger DSM-IV hat das DSM-5 die ADHS-Kriterien wesentlich weiterentwickelt: Das Altersgrenzkriterium wurde von 7 auf 12 Jahre angehoben, was die Diagnose im Erwachsenenalter erleichtert. Außerdem unterscheidet das DSM-5 drei Erscheinungsformen von ADHS: den vorwiegend unaufmerksamen Typ, den vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ und den kombinierten Typ. Für eine Diagnose nach DSM-5 müssen bei Erwachsenen (ab 18 Jahren) mindestens 5 von 9 Symptomen aus dem jeweiligen Bereich vorliegen und in mehreren Lebensbereichen zu Beeinträchtigungen führen.
DSM-5-Kriterien im Überblick
- Unaufmerksamkeit: 9 Symptome beschrieben, Erwachsene benötigen mindestens 5 davon
- Hyperaktivität/Impulsivität: 9 Symptome beschrieben, ebenfalls mindestens 5 erforderlich bei Erwachsenen
- Symptome seit vor dem 12. Lebensjahr nachweisbar (angehobene Grenze gegenüber DSM-IV)
- Beeinträchtigung in mindestens zwei Lebensbereichen (z. B. Arbeit und Privatleben)
- Symptome nicht besser durch eine andere psychische Störung erklärbar
Bedeutung des DSM-5 für die ADHS-Diagnostik
Obwohl in Deutschland offiziell der ICD als verbindlicher Diagnosestandard gilt, ist das DSM-5 in der wissenschaftlichen Forschung und für das Verständnis der ADHS-Kriterien sehr relevant. Viele Fachpersonen — darunter Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie — orientieren sich ergänzend am DSM-5, weil es präzisere Beschreibungen der Symptome enthält. Im Raum Ulm wird die Diagnose nach dem aktuell gültigen ICD-Standard gestellt, wobei das Wissen um die DSM-5-Kriterien eine besonders differenzierte Einschätzung ermöglicht.
Relevanz des DSM-5
- DSM-5 präzisiert ADHS-Symptome besonders differenziert und detailliert
- Erleichtert die Diagnose bei Erwachsenen durch angepasste Alterskriterien
- Drei klar definierte Erscheinungsformen helfen, das individuelle Bild besser zu verstehen
- Wichtig für Gutachten und wissenschaftliche Beurteilungen auch in Deutschland
- Kombiniertes Wissen aus ICD und DSM-5 sichert eine hochwertige Diagnostik
Häufige Fragen zum DSM-5
Wird die ADHS-Diagnose nach DSM-5 oder ICD gestellt?
In Deutschland gilt der ICD als offizieller Standard für die Diagnosestellung und die Abrechnung mit der Krankenkasse. Das DSM-5 ist kein Pflichtstandard, fließt aber in viele fachliche Einschätzungen ergänzend ein. Die Diagnose wird nach den aktuell gültigen deutschen Standards gestellt.
Hat das DSM-5 die ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen erleichtert?
Ja. Das DSM-5 hat die Altersgrenze für erste Symptome von 7 auf 12 Jahre angehoben und die Anzahl der erforderlichen Symptome für Erwachsene auf 5 (statt 6) gesenkt. Das hat dazu beigetragen, dass mehr Erwachsene eine Diagnose erhalten, die zuvor durch die strengeren Kriterien nicht erfasst wurden. Diese Entwicklung wird von Fachleuten begrüßt, weil sie der Realität vieler Betroffener besser entspricht.
Was bedeutet der kombinierte Typ im DSM-5?
Der kombinierte Typ bedeutet, dass sowohl ausreichend viele Symptome der Unaufmerksamkeit als auch der Hyperaktivität und Impulsivität vorliegen. Er ist der häufigste ADHS-Typ. Daneben gibt es den vorwiegend unaufmerksamen Typ (früher oft als ADS bezeichnet) und den vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ. Welcher Typ vorliegt, wird im Rahmen der Diagnostik durch die Fachperson festgestellt.
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