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Neurologe – Rolle und Bedeutung bei ADHS-Verdacht

Ein Neurologe ist ein Facharzt für Erkrankungen des Nervensystems — also für Gehirn, Rückenmark und periphere Nerven. Er diagnostiziert und behandelt Krankheitsbilder wie Epilepsie, Multiple Sklerose, Parkinson oder Migräne. Bei einem ADHS-Verdacht kann ein Neurologe eine ergänzende Rolle spielen, insbesondere wenn neurologische Ursachen für Konzentrationsprobleme ausgeschlossen werden müssen. Die eigentliche ADHS-Diagnostik erfolgt in der Regel durch Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder durch Psychologische Psychotherapeuten.

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Aufgabengebiet des Neurologen

Neurologen sind Spezialisten für das Nervensystem und behandeln Erkrankungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose, Parkinson, Migräne oder die Folgen eines Schlaganfalls. ADHS ist zwar eine neurobiologisch begründete Störung, wird jedoch in der Regel nicht vom Neurologen, sondern von Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie oder von Psychologischen Psychotherapeuten diagnostiziert. In bestimmten Situationen kann ein Neurologe dennoch wichtig sein: zum Beispiel wenn der Verdacht besteht, dass Konzentrationsprobleme durch eine neurologische Erkrankung verursacht werden, oder wenn ein EEG zur Abklärung von Schlafstörungen oder Anfallsleiden erforderlich ist. In solchen Fällen arbeiten Neurologen, Psychiater und Psychologische Psychotherapeuten eng zusammen.

Wann ist ein Neurologe bei ADHS-Verdacht sinnvoll?

  • Ausschluss neurologischer Erkrankungen, die ADHS-ähnliche Symptome verursachen können
  • EEG-Untersuchung bei Verdacht auf Anfallsleiden oder Schlafstörungen
  • Abklärung bei Kopfschmerzen, Gedächtnisproblemen oder anderen neurologischen Beschwerden
  • Koordination bei komplexen Fällen mit mehreren möglichen Ursachen
  • Ergänzende Untersuchung im Rahmen einer interdisziplinären ADHS-Diagnostik

Differentialdiagnostik bei ADHS-Verdacht

Die Differentialdiagnostik ist ein wesentlicher Bestandteil jeder ADHS-Abklärung. Dabei werden andere Erkrankungen ausgeschlossen, die ähnliche Symptome wie ADHS hervorrufen können — etwa Schilddrüsenerkrankungen, Schlafstörungen oder neurologische Leiden. Der Neurologe kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, indem er organische Ursachen ausschließt. In Ulm stehen sowohl niedergelassene Neurologen als auch die neurologische Abteilung des Universitätsklinikums für solche Untersuchungen zur Verfügung. Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychologische Psychotherapeuten und Neurologen arbeiten bei der ADHS-Diagnostik häufig Hand in Hand.

Bestandteile der Differentialdiagnostik

  • Psychiatrische oder psychotherapeutische Anamnese als erster diagnostischer Schritt
  • Neurologische Untersuchung bei Verdacht auf organische Ursachen
  • Abklärung körperlicher Faktoren wie Schilddrüsenfunktion oder Schlafqualität
  • EEG oder bildgebende Verfahren nur bei spezifischem Verdacht auf neurologische Begleiterkrankungen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Psychiater, Psychologischem Psychotherapeut, Neurologe und Hausarzt

Häufige Fragen zum Neurologen

Sollte ich bei ADHS-Verdacht zuerst zum Neurologen gehen?

In den meisten Fällen ist ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder ein Psychologischer Psychotherapeut die bessere erste Anlaufstelle bei ADHS-Verdacht, weil beide auf die Diagnostik psychischer Erkrankungen spezialisiert sind. Ein Neurologe wird in der Regel hinzugezogen, wenn körperliche oder neurologische Ursachen abgeklärt werden müssen.

Kann ein EEG ADHS nachweisen?

Nein, ADHS kann durch ein EEG nicht nachgewiesen werden. Das EEG misst elektrische Gehirnaktivität und dient dazu, Anfallsleiden oder andere neurologische Erkrankungen auszuschließen — nicht um ADHS zu diagnostizieren. Die ADHS-Diagnose basiert auf klinischen Kriterien, ausführlichen Gesprächen und standardisierten Fragebögen.

Worin unterscheidet sich ADHS von neurologischen Erkrankungen?

ADHS ist eine neurobiologisch begründete Entwicklungsstörung, aber keine klassische neurologische Erkrankung. Bei neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie oder Parkinson liegen organische Befunde im Nervensystem vor. Bei ADHS sind es Unterschiede in der Funktion und Vernetzung bestimmter Hirnregionen, die auf Gruppenebene in Studien sichtbar werden, für die individuelle Diagnose jedoch nicht ausreichen. Deshalb ist die klinische Einschätzung durch erfahrene Fachpersonen — Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie — entscheidend.

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