ICD-10 und ICD-11 sind internationale Klassifikationssysteme für Krankheiten, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben werden. Sie definieren die verbindlichen Kriterien, nach denen eine ADHS-Diagnose gestellt wird. In Deutschland ist der ICD-10 aktuell noch der offizielle Standard — der modernere ICD-11 löst ihn schrittweise ab und bringt wichtige Neuerungen, besonders für die ADHS-Diagnostik bei Erwachsenen.
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ADHS-Diagnostik für Erwachsene und Psychotherapie
Jetzt Termin buchenAlle Infos zu PsychotherapieAlle Infos zu PsychotherapieICD-10 und ICD-11 im Vergleich
Der ICD (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) ist das weltweit gebräuchlichste Diagnoseklassifikationssystem. Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte nutzen es, um Erkrankungen einheitlich zu benennen und zu verschlüsseln — das ist unter anderem für die Abrechnung mit der Krankenkasse notwendig. Im ICD-10 ist ADHS unter dem Code F90 als „Hyperkinetische Störungen“ eingeordnet. Der ICD-11 modernisiert die Klassifikation erheblich: ADHS wird dort als „Attention Deficit Hyperactivity Disorder“ bezeichnet, und die Kriterien wurden an den aktuellen wissenschaftlichen Stand angepasst. Besonders wichtig: Im ICD-11 wird ADHS bei Erwachsenen explizit berücksichtigt — eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem ICD-10, der den Fokus auf Kinder und Jugendliche legte.
Wesentliche Unterschiede
- ICD-10: ADHS unter „Hyperkinetische Störungen“ (F90), strengere Kriterien für die Kombination aller Symptome
- ICD-11: Modernere Bezeichnung, mehr Flexibilität bei der Diagnose verschiedener ADHS-Erscheinungsformen
- ICD-11 berücksichtigt ADHS im Erwachsenenalter explizit — ein wichtiger Fortschritt
- Beide Systeme setzen voraus, dass Symptome in mehreren Lebensbereichen und seit der Kindheit bestehen
- Übergang von ICD-10 auf ICD-11 in Deutschland erfolgt schrittweise
Bedeutung für die ADHS-Diagnostik
Eine ADHS-Diagnose wird in Deutschland auf Basis der gültigen ICD-Kriterien gestellt — das sichert Qualität und Vergleichbarkeit. Es wird nicht nur überprüft, ob Symptome vorliegen, sondern auch, seit wann sie bestehen, in welchen Lebensbereichen sie auftreten und wie stark sie die Lebensqualität beeinträchtigen. Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, wird die Diagnose ADHS gestellt. Im Raum Ulm arbeiten qualifizierte Fachpersonen nach diesen wissenschaftlichen Standards. Dieser gründliche Ansatz schützt vor vorschnellen oder falschen Diagnosen und gewährleistet, dass Betroffene eine fundierte Einschätzung erhalten.
Diagnostische Kriterien
- Symptome müssen seit der Kindheit vorliegen — auch wenn sie erst im Erwachsenenalter auffallen
- Beeinträchtigung muss in mindestens zwei Lebensbereichen erkennbar sein (z. B. Beruf und Privatleben)
- Symptome dürfen nicht besser durch eine andere Erkrankung erklärt werden
- Diagnose wird nach ICD-10 oder ICD-11 codiert — relevant für Krankenkasse und Behandlung
- Diagnostik erfolgt nach aktuellen Leitlinien und wissenschaftlichen Standards
Häufige Fragen zu ICD-10 und ICD-11
Welchen ICD-Code erhält eine ADHS-Diagnose?
In Deutschland wird ADHS derzeit meist nach ICD-10 mit dem Code F90.0 (Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung) oder F90.1 (Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens) kodiert. Mit der schrittweisen Einführung des ICD-11 werden sich die Codes ändern. Der genaue Code ist für die Krankenakte und die Abrechnung mit der Krankenkasse relevant.
Was ist der Unterschied zwischen ICD und DSM?
ICD und DSM sind zwei verschiedene Diagnosesysteme. Der ICD wird von der WHO herausgegeben und in Deutschland offiziell verwendet. Das DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders) stammt von der American Psychiatric Association und ist vor allem in den USA verbreitet, wird aber auch in der Forschung weltweit genutzt. Beide Systeme beschreiben ADHS ähnlich, unterscheiden sich aber in Details der Kriterien. In Deutschland gilt der ICD als verbindlicher Standard.
Wann wird ICD-11 in Deutschland verpflichtend?
Die WHO hat den ICD-11 bereits veröffentlicht, die Umsetzung in Deutschland erfolgt jedoch schrittweise. Ein verbindliches Datum für die vollständige Umstellung steht derzeit noch nicht fest. Die ADHS-Diagnostik orientiert sich stets am aktuell gültigen Standard, sodass Betroffene eine Einschätzung auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand erhalten.
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