Skip to main content
ADHS DiagnostikGlossar

Fragebögen zur ADHS-Diagnostik – Verfahren erklärt

Fragebögen zur ADHS-Diagnostik sind standardisierte Instrumente, die helfen, Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung systematisch zu erfassen und zu bewerten. Sie sind ein fester Bestandteil jeder professionellen ADHS-Abklärung und ermöglichen eine strukturierte Einschätzung des Beschwerdebildes. Fragebögen allein stellen keine Diagnose, liefern jedoch wertvolle Daten für die diagnostizierende Fachperson.

Melden Sie sich gerne bei Fragen und Wünschen.

ADHS-Diagnostik für Erwachsene und Psychotherapie

Jetzt Termin buchenAlle Infos zu PsychotherapieAlle Infos zu Psychotherapie

Fragebögen zur ADHS-Diagnostik im Überblick

Fragebögen zur ADHS-Diagnostik sind wissenschaftlich entwickelte und validierte Selbst- oder Fremdbeurteilungsinstrumente. Sie erfassen auf systematische Weise, wie häufig und in welchem Ausmaß typische ADHS-Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität im Alltag auftreten. Zu den bekanntesten Verfahren gehören der ADHS-SB (Selbstbeurteilungsskala für Erwachsene), der Conners‘ Adult ADHD Rating Scale (CAARS) und der WURS-k (Wender Utah Rating Scale), der Symptome aus der Kindheit rückblickend erfasst. Die Antworten werden ausgewertet und mit normierten Vergleichswerten abgeglichen. Im Raum Ulm setzen Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie diese Instrumente routinemäßig ein.

Häufig eingesetzte Verfahren

  • ADHS-SB: Selbstbeurteilungsskala für Erwachsene, erfasst aktuelle Symptome
  • WURS-k: Wender Utah Rating Scale zur rückblickenden Einschätzung von Kindheitssymptomen
  • CAARS: Conners‘ Adult ADHD Rating Scale, als Selbst- und Fremdbeurteilungsversion verfügbar
  • BIS-11 / BRIEF: Erfassen Impulsivität und exekutive Funktionen im Alltag
  • Ergänzende Screening-Instrumente je nach individuellem Beschwerdebild

Einsatz in der Diagnostik

Fragebögen sind ein fester Bestandteil der professionellen ADHS-Diagnostik. Vor oder während des Diagnostiktermins füllen Betroffene standardisierte Bögen aus, die anschließend von der Fachperson ausgewertet werden. Die Ergebnisse fließen zusammen mit dem ausführlichen Anamnesegespräch und weiteren diagnostischen Schritten in die Gesamtbeurteilung ein. Dieser strukturierte Ansatz stellt sicher, dass keine wichtigen Symptome übersehen werden. Auch Angehörige können gebeten werden, eine Fremdbeurteilung auszufüllen, um ein vollständigeres Bild zu erhalten.

Typischer Ablauf

  • Fragebögen werden vor oder beim ersten Termin ausgefüllt — teilweise auch vorab digital
  • Selbstbeurteilung: Die betroffene Person beschreibt eigene Symptome und deren Häufigkeit
  • Fremdbeurteilung: Enge Bezugspersonen können ergänzende Einschätzungen geben
  • Auswertung durch die Fachperson mit verständlicher Besprechung der Ergebnisse
  • Ergebnisse dienen als Grundlage — gemeinsam mit Gespräch und klinischer Beurteilung

Häufige Fragen zu Fragebögen zur ADHS-Diagnostik

Kann ein Online-Fragebogen eine ADHS-Diagnose ersetzen?

Nein. Online-Fragebögen können ein erster Hinweis sein, ersetzen aber keine professionelle Diagnostik. Frei zugängliche Fragebögen sind oft nicht normiert oder wissenschaftlich validiert. Eine verlässliche ADHS-Diagnose erfordert immer das Gespräch mit einer qualifizierten Fachperson — etwa Psychologischen Psychotherapeuten oder Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie — und weitere diagnostische Schritte.

Kann man bei Fragebögen zur ADHS-Diagnostik mogeln?

Fragebögen messen das subjektive Erleben — bewusstes Verfälschen ist theoretisch möglich, führt aber zu einem ungenauen Bild und damit zu einer unzuverlässigen Einschätzung. Erfahrene Fachpersonen erkennen unplausible Antwortmuster. Für eine hilfreiche Diagnose ist Ehrlichkeit beim Ausfüllen entscheidend.

Welche Fragebögen werden bei Erwachsenen typischerweise eingesetzt?

Für Erwachsene ab 18 Jahren kommen häufig der ADHS-SB, der WURS-k und der CAARS zum Einsatz. Welche Instrumente konkret verwendet werden, hängt von der Fragestellung und dem individuellen Beschwerdebild ab. Die Auswahl trifft die diagnostizierende Fachperson.

Weitere interessante Themen rund um ADHS und ADHS Diagnose

1. März 2026 in Glossar, Grundbegriffe

ADS – ADHS ohne Hyperaktivität verständlich erklärt

ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Störung) ist die vorwiegend unaufmerksame Erscheinungsform von ADHS — ohne ausgeprägte Hyperaktivität. Betroffene fallen durch Verträumtheit, Vergesslichkeit und Organisationsprobleme auf. ADS wird häufig erst im Erwachsenenalter erkannt.
Read More
1. März 2026 in Adhs Erwachsene, Glossar

ADHS im Berufsleben – Herausforderungen & Stärken

ADHS im Berufsleben führt oft zu Erschöpfung, Konflikten und häufigen Jobwechseln — dabei bringen Betroffene häufig außergewöhnliche Stärken mit. Eine gesicherte ADHS-Diagnose schafft Klarheit und bildet die Grundlage für gezielte Strategien im beruflichen Alltag.
Read More
1. März 2026 in ADHS Diagnostik, Glossar

ICD-10 und ICD-11 bei ADHS – Kriterien erklärt

ICD-10 und ICD-11 sind internationale Klassifikationssysteme, die die Kriterien für eine ADHS-Diagnose festlegen. Der ICD-11 bringt wichtige Verbesserungen, besonders für die Diagnostik bei Erwachsenen.
Read More