Komorbiditäten bezeichnen Begleiterkrankungen, die zusätzlich zu einer Hauptdiagnose auftreten. Bei ADHS im Erwachsenenalter sind Komorbiditäten besonders häufig: Studien zufolge haben etwa 60 bis 80 Prozent aller Erwachsenen mit ADHS mindestens eine weitere psychische Erkrankung. Dazu zählen unter anderem Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen und Schlafstörungen. Häufig sind es gerade diese Begleiterkrankungen, die Betroffene zuerst zu einer Abklärung veranlassen — während die zugrunde liegende ADHS lange unerkannt bleibt.
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ADHS-Diagnostik für Erwachsene und Psychotherapie
Jetzt Termin buchenAlle Infos zu PsychotherapieAlle Infos zu PsychotherapieHäufige Komorbiditäten bei ADHS
ADHS tritt bei Erwachsenen selten isoliert auf. Die chronischen Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Selbstorganisation führen über Jahre hinweg oft zu weiteren psychischen Belastungen. Wiederholtes Scheitern an vermeintlich einfachen Aufgaben, Konflikte in Beziehungen und im Beruf sowie das Gefühl, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen, hinterlassen Spuren. Gleichzeitig teilen viele Begleiterkrankungen ähnliche neurobiologische Grundlagen mit ADHS — insbesondere im Dopamin- und Serotoninstoffwechsel. Das erklärt, warum bestimmte Erkrankungen bei ADHS auffällig häufig auftreten. Auch im Raum Ulm berichten viele Betroffene, dass sie zunächst wegen einer Begleiterkrankung Hilfe gesucht haben, bevor die eigentliche ADHS erkannt wurde.
Überblick
- Depression — entsteht häufig durch jahrelange Selbstzweifel, Überforderung und unerkannte ADHS
- Angststörungen — die ständige Sorge, etwas zu vergessen oder zu versagen, kann chronische Ängste auslösen
- Suchterkrankungen — Betroffene greifen mitunter unbewusst zu Substanzen, um den Dopaminmangel auszugleichen
- Essstörungen — impulsives oder emotionales Essverhalten als Kompensationsstrategie
- Schlafstörungen — Gedankenrasen, innere Unruhe und ein verschobener Schlaf-Wach-Rhythmus
Differentialdiagnostik und Abgrenzung
Viele Symptome von ADHS überschneiden sich mit denen anderer psychischer Erkrankungen. Konzentrationsprobleme treten auch bei Depressionen auf. Innere Unruhe kennt man von Angststörungen. Impulsivität findet sich bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Das macht die Abgrenzung anspruchsvoll, aber umso wichtiger. Ohne sorgfältige Differentialdiagnostik besteht die Gefahr, dass nur die Begleiterkrankung behandelt wird, während die eigentliche Ursache — die ADHS — unerkannt bleibt. Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie untersuchen deshalb besonders sorgfältig, ob die Symptome auf ADHS, eine Komorbidität oder eine Kombination aus beidem zurückzuführen sind.
Wichtige Aspekte der Abgrenzung
- Symptomüberschneidungen erkennen — viele Erkrankungen haben ähnliche Erscheinungsbilder
- Zeitlichen Verlauf beachten — ADHS-Symptome bestehen seit der Kindheit, andere Erkrankungen beginnen oft später
- Alle Lebensbereiche berücksichtigen — ADHS zeigt sich in Schule, Beruf, Beziehungen und Alltag
- Komorbiditäten eigenständig mitbehandeln — oft verbessern sich diese, wenn die zugrunde liegende ADHS erkannt wird
- Individuelle Behandlungsplanung — jede Kombination erfordert einen maßgeschneiderten Therapieansatz
Häufige Fragen zu Komorbiditäten bei ADHS
Warum haben Menschen mit ADHS so oft Begleiterkrankungen?
Die Gründe sind sowohl neurobiologisch als auch psychosozial. Einerseits teilen ADHS und viele Komorbiditäten ähnliche Veränderungen im Neurotransmitter-Haushalt, insbesondere beim Dopamin und Serotonin. Andererseits führen die jahrelangen Schwierigkeiten im Alltag — Vergesslichkeit, gescheiterte Vorhaben, Konflikte — zu chronischem Stress und Selbstzweifeln. Diese Belastungen begünstigen die Entstehung von Depressionen, Angststörungen und anderen Erkrankungen.
Werden Komorbiditäten besser, wenn die ADHS behandelt wird?
Häufig ja. Wenn die ADHS als zugrunde liegende Störung erkannt und behandelt wird, verbessern sich viele Begleiterkrankungen spürbar. Eine wirksame ADHS-Behandlung kann dazu beitragen, dass Depressionen abklingen, Ängste nachlassen und der Griff zu Suchtmitteln abnimmt. In manchen Fällen müssen die Komorbiditäten jedoch auch eigenständig behandelt werden — das hängt von der individuellen Situation ab.
Wie wird festgestellt, ob ADHS oder eine andere Erkrankung vorliegt?
Die Unterscheidung erfolgt im Rahmen einer sorgfältigen Differentialdiagnostik. Psychologische Psychotherapeuten und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie erfassen dabei die gesamte Lebensgeschichte, den zeitlichen Verlauf der Symptome und die Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche. Da ADHS-Symptome seit der Kindheit bestehen, während viele andere Erkrankungen erst später beginnen, ist dieser zeitliche Aspekt ein wichtiges Unterscheidungskriterium.
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