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GlossarGrundbegriffe

Autismus & ADHS – Zusammenhang und Unterschiede

Autismus (Autismus-Spektrum-Störung, kurz ASS) ist eine angeborene neurobiologische Besonderheit, die sich auf die soziale Wahrnehmung, Kommunikation und Reizverarbeitung auswirkt. ADHS und Autismus treten auffallend häufig gemeinsam auf — aktuelle Studien zeigen, dass bis zu 50 bis 70 Prozent der Betroffenen Symptome beider Erscheinungsbilder aufweisen. Die Überschneidungen zwischen beiden Diagnosen sind erheblich, weshalb eine sorgfältige Differentialdiagnostik besonders wichtig ist. Auch in Ulm gewinnt das Thema Autismus im Zusammenhang mit ADHS zunehmend an Bedeutung.

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ADHS-Diagnostik für Erwachsene und Psychotherapie

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Definition und Erscheinungsformen

Die Autismus-Spektrum-Störung ist — wie der Name bereits andeutet — ein Spektrum. Das bedeutet, dass sich Autismus bei jedem Menschen unterschiedlich zeigt. Manche Betroffene benötigen im Alltag umfangreiche Unterstützung, während andere weitgehend eigenständig leben und ihre Diagnose erst im Erwachsenenalter erhalten. Die frühere Unterscheidung in „frühkindlichen Autismus“, „Asperger-Syndrom“ und „atypischen Autismus“ wurde mit der Einführung des ICD-11 aufgegeben. Heute wird einheitlich von der Autismus-Spektrum-Störung gesprochen, die das gesamte Spektrum in seiner Vielfalt abbildet. Gemeinsam ist vielen autistischen Erwachsenen, dass sie soziale Signale anders verarbeiten, eine besondere sensorische Wahrnehmung haben und Routinen sowie Vorhersehbarkeit bevorzugen. ADHS und Autismus galten lange als sich gegenseitig ausschließende Diagnosen. Seit dem DSM-5 und ICD-11 ist es jedoch offiziell möglich, beide Diagnosen gleichzeitig zu vergeben.

Merkmale der Autismus-Spektrum-Störung

  • Besonderheiten in der sozialen Kommunikation — Schwierigkeiten, nonverbale Signale wie Mimik, Gestik und Tonfall intuitiv zu deuten
  • Ausgeprägte Spezialinteressen — intensive Beschäftigung mit bestimmten Themen, die weit über ein gewöhnliches Hobby hinausgeht
  • Bedürfnis nach Routinen und Struktur — Veränderungen im Tagesablauf können erheblichen Stress verursachen
  • Sensorische Besonderheiten — erhöhte oder verminderte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht, Berührungen oder Gerüchen
  • Andere Art der sozialen Interaktion — Smalltalk, ungeschriebene soziale Regeln und Gruppendynamiken werden oft als anstrengend erlebt

Autismus und ADHS — Überschneidungen und Unterschiede

Die Symptome von ADHS und Autismus können sich im Alltag stark ähneln — etwa die Schwierigkeit, Blickkontakt zu halten, Reizüberflutung oder Probleme in sozialen Situationen. Ohne eine gründliche Diagnostik kann es passieren, dass nur eine der beiden Diagnosen gestellt wird und die andere unerkannt bleibt. Besonders bei Frauen werden sowohl ADHS als auch Autismus häufig spät erkannt, weil die Symptome durch jahrelange Anpassungsstrategien (sogenanntes Masking) überdeckt werden. Eine fundierte Differentialdiagnostik durch Psychologische Psychotherapeuten oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie berücksichtigt daher immer auch mögliche Überschneidungen mit dem Autismus-Spektrum. Im Raum Ulm stehen hierfür verschiedene Anlaufstellen zur Verfügung.

Gemeinsamkeiten und Abgrenzung

  • Aufmerksamkeitssteuerung — bei ADHS durch Ablenkbarkeit, bei Autismus durch intensive Fokussierung auf bestimmte Themen
  • Reizempfindlichkeit — sowohl bei ADHS als auch bei Autismus können sensorische Eindrücke überwältigend sein
  • Soziale Schwierigkeiten — bei ADHS häufig durch Impulsivität, bei Autismus durch eine andere Art der sozialen Wahrnehmung
  • Emotionale Dysregulation — intensive Gefühle und Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation kommen bei beiden Diagnosen vor
  • Probleme mit Alltagsstruktur — Selbstorganisation, Zeitmanagement und Priorisierung fallen bei beiden Erscheinungsbildern schwer

Häufige Fragen zu Autismus und ADHS

Kann man gleichzeitig Autismus und ADHS haben?

Ja, und das ist häufiger als lange angenommen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass ADHS und Autismus in 50 bis 70 Prozent der Fälle gemeinsam auftreten. Seit der Einführung des DSM-5 und ICD-11 ist es auch offiziell möglich, beide Diagnosen gleichzeitig zu stellen. Bei einer ADHS-Diagnostik sollte daher immer auch geprüft werden, ob Hinweise auf eine Autismus-Spektrum-Störung vorliegen — und umgekehrt.

Wie unterscheidet sich die Behandlung bei Autismus und ADHS?

Die Behandlungsansätze unterscheiden sich in wichtigen Punkten. Bei ADHS stehen häufig Medikamente (etwa Methylphenidat oder Lisdexamfetamin) und Verhaltenstherapie im Vordergrund. Bei Autismus geht es stärker um das Verständnis der eigenen Wahrnehmung, die Anpassung des Umfeldes und das Erlernen alltagstauglicher Strategien. Wenn beide Diagnosen vorliegen, wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der beide Bereiche berücksichtigt. Eine Medikation gegen ADHS-Symptome kann auch bei Menschen mit begleitendem Autismus wirksam sein.

Wer stellt eine Autismus-Diagnose bei Erwachsenen?

Die Autismus-Diagnostik bei Erwachsenen wird von Psychologischen Psychotherapeuten, Fachärztinnen und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie oder spezialisierten Ambulanzen durchgeführt. Die Diagnostik umfasst in der Regel ausführliche Gespräche, standardisierte Fragebögen und eine Verhaltensbeobachtung. Wenn im Rahmen einer ADHS-Diagnostik Hinweise auf eine Autismus-Spektrum-Störung auffallen, kann eine weiterführende Abklärung bei einer spezialisierten Stelle empfohlen werden.

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